ÖDP-Arbeitskreis zu ökosozialen Bebauungsplänen plädiert für nichtfossile Heizungssysteme

„Biomasse ist mit Sicherheit CO2-neutral“

Beim Treffen des Arbeitskreises „ökologischer und sozialer Wohnbaugebiete im Landkreis Straubing-Bogen“ von der ÖDP mit dem Energieberater Bernhard Pex von C.A.R.M.E.N fand ein Informationsaustausch bezüglich CO2 Vermeidung in Neubaugebieten statt. Dabei beleuchtete Herr Pex zuerst worauf es bei Nahwärmenetzen ankommt. Der wichtigste Faktor ist aus seiner Sicht die Wärmebelegungsdichte pro Meter Trassenlänge. Dieser sollte mindestens 0,5MWh pro Meter und Jahr betragen. Nur so sind die Wärmeverluste gering und die Anlage konkurrenzfähig gegenüber anderen Energieträgern. Bei Neubaugebieten mit hocheffizient gedämmten Gebäuden ist der Einsatz eines Nahwärmenetzes oder Hackschnitzelheizungen selten finanziell rentabel. Nur bei Mehrfamilienhäusern, größere Verbraucher und kurzem Wärmenetz kommen große Heizsysteme zum Einsatz. Bei Altbauten empfiehlt er deswegen Pelletheizungen wie sie zum Beispiel in der Sparkasse in Straubing oder dem Gehörgeschädigten Institut betrieben werden. Auf die Frage von Herrn Josef Gold, ob den die Abgaswerte bezüglich Feinstaub eingehalten werden können, antwortete Herr Pex das dies kein Problem ist.

In Neubauten sind die gängigen Heizsysteme bei einem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren etwa gleich teuer.  Die einen sind in der Anschaffung etwas kostenintensiver und bei den anderen sind die laufenden Kosten höher. Unterm Strich ist finanziell gesehen nicht viel Unterschied. Es gibt einen gewaltigen Unterschied und der ist beim CO2 Ausstoß. Fossile Energieträger, wie Heizöl und Erdgas sind hier natürlich am schlechtesten, da langfristig gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt wird. Heizsysteme die durch Strom unterstützt werden können auch einen relativ großen CO2 Fußabdruck hinterlassen. Werden diese Anlagen mit Ökostrom betrieben sinkt der Abdruck gegen Null. Am besten schneidet Laut Herrn Pex Holz ab. Holz speichert im Laufe des Wachstums CO2 und gibt genau dieses beim Verbrennen wieder ab. Wird die Forstwirtschaft nachhaltig betrieben, dann wird das ausgestoßene CO2 wieder gespeichert und Sauerstoff freigesetzt. Damit ist Holz mit hoher Sicherheit CO2 neutral, wie Herr Pex betonte. Wohl auch deswegen gibt es vielerlei Fördermöglichkeiten, wenn man alte Heizsysteme austauscht und neue nachhaltige anschafft. Herr Pex wies darauf hin dass es sehr viele Fördermöglichkeiten gibt. Diese ändern sich momentan auf Grund des „Klimaschutzprogramm 2030“. Wann eine erhöhte Förderung kommt, steht noch in den Sternen, jedoch wartet so mancher ab was passiert. Auf die Frage von Michael Hirtreiter, „ob es denn von C.A.R.M.E.N eine Entscheidungshilfe für Häuslebauer gibt“ antwortete Herr Pex kurz, „Nein, aber wenn ich neu bauen würde, dann mit hocheffektiver Dämmung, einer PV-Anlage auf dem Dach und einem kleinen Holzpelletheizkessel mit Wassertasche.“ Mit diesen, nachhaltigen Energieträgern kann genug Wärme und auch ein Teil des Stroms für das Gebäude erzeugt werden. Frau Lucia Gold fragte, ob denn die Vorgaben und Anforderungen vom Staat oder von Förderprogrammen in der Praxis auch eingehalten werden. Darauf antwortete Herr Pex dass das wahrscheinlich keiner so genau weiß, weil es nicht überprüft wird. Wenn der Bau über einen Generalunternehmer gebaut wurde, muss dieser die Vorgaben sehr genau einhalten, da er dafür haftet. Herr Peter Seubert wollte nun wissen, wie man es schafft das Neubauten weniger CO2 emittieren. Dazu meinte der Fachmann das der Ausstoß von CO2 teurer, die Bauherren über die Kosten für CO2 in der Zukunft aufgeklärt werden und die Kommunen bei der Ausweisung des Baugebietes versuchen den CO2 Ausstoß durch Vorgaben gering zu halten. Auch sollen Vermieter entlastet werden, wenn sie Biomasse oder erneuerbare Energieträger einsetzen. Denn diese können die Investitionskosten nur in der Kaltmiete ansetzen, nicht aber in den Nebenkosten. Eine steuerliche Entlastung würde Anreize schaffen auf nachhaltige Energieträger umzusteigen. Momentan haben die Vermieter kaum Interesse das System zu wechseln da die Kaltmiete nur gering erhöht werden darf. Abschließend ist zu sagen, dass CO2-arme/neutrale Heizsysteme, bei steigenden CO2 Kosten, langfristig gesehen günstiger sind als fossil betrieben Heizanalgen. Ein Systemwechsel ist bei Hochtemperatursystemen mit Heizkörpern aber auch bei Gebäuden mit Fußbodenheizung möglich. Insgesamt gesehen, ist die Energiewende  auch ein große Chance für die Landwirtschaft, denn sie können durch die Verwertung des Holzes, die Erzeugung von sauberen Strom an der Wertschöpfungskette teilnehmen.

(von links nach rechts): AK-Sprecherin Lucia Gold, ÖDP-Vorstandsmitglied Michael Hirtreiter, Energieberater Bernhard Pex von C.A.R.M.E.N, AK-Mitglied Peter Seubert und Kreisrat Josef Gold.

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