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Biogas aus der Biolandwirtschaft

ÖDP–Kreisverband besichtigt Familienbetrieb mit vielfältiger Produktionspalette





 „Absatz, Absatz, Absatz“ war die Antwort von Bio-Landwirt Michael Allmannsbeck, als er bei der Betriebsbesichtigung durch eine ÖDP-Delegation am vergangenen Dienstag auf seinem Hof in Mengkofen gefragt wurde, wie die ökologische Landwirtschaft am besten vorangebracht werden kann. „Es helfen keine Forderungen und keine Fördermaßnahmen, wenn es keine Käufer gibt.“  Die ÖDP-Kommunalpolitiker und eine Reihe von interessierten Bürgerinnen und Bürger hatten den großen Biobetrieb als Ziel ausgesucht, weil hier in relativ großem und vielfältigem Stil moderne Landwirtschaft einschließlich einer Biogasanlage betrieben wird.

Der Betrieb, der mittlerweile von den beiden Brüdern Thomas und Michael geführt wird, wurde schon 1986 umgestellt. Die Eltern führten ursprünglich 2 Betriebe, einen mit Mutterkuhhaltung und einen mit Schweinemast. Zwischendurch versuchten sie es mit Gemüseanbau, dafür war jedoch der Standort ungeeignet. Über Saatgutvermehrung und Handel schwenkte der Betrieb auf Ackerbau um. Durch den viehlosen Betrieb des Biohofes gab es Probleme mit Leguminosen-Krankheiten. Seit 2004 betreiben die beiden auch eine Biogasanlage, vorwiegend mit Bio-Kleegras. Mit der Biogasanlage (Landwirt Allmannsbeck: „Das ist eigentlich unsere Kuh“) wird neben Strom auch Wärme und Dünger produziert. Mit der bei der Stromproduktion als „Abfall“ anfallenden Wärme, werden unter anderem die eigenen Gebäude, beheizt, aber auch Mais und Getreide von Partnerbetrieben getrocknet.

Die Fruchtfolge besteht in der Regel aus Dinkel, Kleegras, Hackfrüchte wie Körnermais oder Rüben und anderem Getreide. Wichtig ist dabei, dass es immer Zwischenfrüchte gibt. 1-3 Tage nach der Ernte wird schon wieder gesät. Ständiger Bewuchs speichert Nährstoffe und Wasser im Boden. Biogasgülle als Dünger wird nur im Frühjahr ausgebracht. Bei Hackfrüchten wird komplett auf Düngung verzichtet. Die Betreiber des Hofes versuchen in einer Kreislaufwirtschaft möglichst nachhaltig zu produzieren. Stoff- und Energieströme werden optimiert und aus möglichst nachhaltigen Quellen gespeist.

Die beiden Betriebsleiter beklagten die überhandnehmende Bürokratie, die trotz moderner und professioneller Verfahren auf dem Betrieb sehr viel Zeit in Anspruch nehme. Behörden und Prüfstellen seien noch zu wenig digitalisiert weshalb viele Daten mehrfach erhoben und geliefert werden müssten. Kummer macht derzeit auch die Frage, wie es mit der Biogasanlage weiter gehen wird. 2024 läuft die EEG-Vergütung aus, und es ist seitens des Gesetzgebers noch keine Nachfolgeregelung in Sicht. Michael Hirtreiter Vorstandsmitglied der ÖDP sieht die gleichen Probleme bei den Photovoltaikanlagen: „Bundeswirtschaftsminister Altmaier bedauert zwar die Versäumnisse, die bezüglich der nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft gemacht wurden, setzt aber Neuregelungen nur sehr zäh um.“ Anlagenbetreiber bräuchten jetzt endlich Planungssicherheit.

Nach dem Betriebsrundgang entfaltete sich eine lebhafte Diskussion, in der auch das erfolgreiche ÖDP-Volksbegehren zur Artenvielfalt eine Rolle spielte. Man war sich darin einig, dass das Ziel, in Bayern nach dem Beispiel Österreichs den Anteil der Biolandwirtschaft auf 30% zu steigern, nur erreicht werden könne, wenn auch öffentliche Kantinen vermehrt Bio-Waren kaufen. Anita Bogner, 1. Bürgermeisterin aus Rain und Kreisrätin, plädierte dafür, mit einer streng kontrollierten Regionalmarke der heimischen Landwirtschaft den Absatz vor Ort zu sichern.  Die stellvertretende Landrätin Martha Altweck-Glöbl bedankte sich für die interessanten Einblicke in den Betrieb und zeigt sich überrascht von dem Betriebskonzept: „Beiträge zur nachhaltigen Energieversorgung, gesicherte landwirtschaftliche Familienbetriebe, gute Lebensmittel und mehr Artenvielfalt – das muss keine Utopie sein!“ 


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