Pressemitteilung
Betrifft: Auslaufen der Holzbauförderung Ende 2026
Leserbrief: „Bauturbo auf Beton-Kurs – Wo bleibt die bayerische Holz-Vision?“
Leserbrief: „Bauturbo auf Beton-Kurs – Wo bleibt die bayerische Holz-Vision?“
Betrifft: Auslaufen der Holzbauförderung Ende 2026
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde der Baustoff Holz von der Staatsregierung als „Meilenstein des Klimaschutzes“ und „Rohstoff der Zukunft“ gefeiert. Doch kaum ist der Blitzlichtgewitter der Eröffnungsreden von 2021 verraucht, folgt das leise Aus im Jahr 2026. Dass neue Anträge bereits jetzt nicht mehr möglich sind, gleicht einer Vollbremsung für die Bauwende in Bayern.
Das Argument des Bauministeriums, man müsse sich nun auf „soziale Wirkung“ und „bezahlbaren Wohnraum“ konzentrieren, ist an Ironie kaum zu überbieten. Gerade der moderne Holzbau ermöglicht durch Vorfertigung schnelles, serielles und damit kosteneffizientes Bauen. Zudem speichert Holz CO2 langfristig, während die Zementproduktion weiterhin zu den größten Klimasündern gehört. Wer Holz gegen sozialen Wohnbau ausspielt, hat entweder die Zeichen der Zeit nicht erkannt oder opfert den Klimaschutz kurzfristigen Haushaltslöchern.
Besonders bitter stößt dabei die verpasste Chance für die regionale Wirtschaft auf: Bayern ist Waldland. Jeder geförderte Holzbau stärkt unsere heimischen Sägewerke, Zimmerer und Forstbetriebe. Statt die regionale Wertschöpfung konsequent zu festigen, wird der viel beschworene „Bauturbo“ nun offenbar wieder mit Beton betankt.
Eine verlässliche Politik sieht anders aus. Wer Klimaschutz zur „Säule“ erklärt, sollte nicht zusehen, wie diese Säule morsch wird, sobald es an die dauerhafte Finanzierung geht. Wenn der Freistaat seine eigenen Klimaziele ernst nehmen würde, müsste er die Holzbauförderung nicht beerdigen, sondern massiv ausbauen.
