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Antragspaket zum Regionalplan: Tourismus muss sich auf Klimaänderung vorbereiten - Mallersdorf-Pfaffenb.

ödp-Fraktion erarbeitet Antragspaket zum Regionalplan: Tourismus muss sich auf Klimaänderung vorbereiten - Birkeneder: "Der Fluss- und Städtetourismus braucht die freie Donau" - Gedenken an Notburga Kienberger

Mallersdorf-Pfaffenberg. "Der neue Kreistags-Ausschuss für "Wirtschaft, Tourismus und Entwicklung" wird sich gleich in seiner ersten Sitzung am kommenden Montag mit grundsätzlichen Fragen auseinanderzusetzen haben" meinte der ödp/PU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Suttner bei der jüngsten Sitzung seiner Fraktion im Pfaffenberger Gasthaus "Gemütlicher Treff". Es steht nämlich die Fortschreibung des Regionalplanes zum Kapitel Wirtschaft auf der Tagesordnung; darin enthalten sind auch die Festlegung von Grundsätzen und Zielen für den Tourismus sowie für die Land- und Forstwirtschaft. Heftig kritisierte die gesamte Fraktion die extrem knappe Zustellung der umfangreichen Unterlagen an die KreisrÀte: "Der Text wurde offensichtlich schon im April fertiggestellt; erhalten haben wir das 44seitige Geheft aber erst am 10 Juni. Eine ordentliche Vorbereitung werde dadurch erheblich erschwert.

 

Zu Beginn der Sitzung gedachten die Kreistagsmitglieder der ödp/PU ihrer kürzlich verstorbenen, langjährigen Unterstützerin Notburga Kienberger aus Gossersdorf. "Wie kaum ein anderer Mensch hat sie das Engagement für die Menschen mit der Liebe zur Natur verknüpft. Sie wird uns darin ein stetes Vorbild bleiben, an das wir uns dankbar erinnern werden" sagte Bernhard Suttner in seinem Nachruf auf die überall geschätzte Rot-Kreuz-Idealistin.

 

Trotz der durch die knappe Zustellung erschwerten Bedingungen erarbeitete die Fraktion in Pfaffenberg ein Paket von 10 Anträgen zur Beratung des Regionalplans. Dabei wird vor allem eine realistische Einschätzung der sich abzeichnenden gravierenden Klimaänderung für die Entwicklung des Tourismus verlangt: "Man lügt sich in die Tasche, wenn man meint, mit weiteren Schneekanonen oder anderer Technik den Wintersport in unseren Lagen retten zu können" meinte Kreisrätin Altweck-Glöbl. Vielmehr müsse man über Alternativen nachdenken und den gesamten Landkreis auch mit seinen südlichen Teilen als "Urlaubsregion mit Kultur- und Naturreichtum" in den Blick bekommen. Zu Recht betone der Regionalplan die Bedeutung des Fluss- und Städtetourismus im Donauraum. "Dann muss man aber auch die Voraussetzungen bewahren, nämlich den freien Fluß und seine ökologischen Schätze" forderte Kreisrätin Birkeneder und schlug die Anmeldung des gesamten Raumes als "Unesco-Welt-Natur- und Kultur-Erbe" als Ziel des Regionalplans vor.

 

Abgelehnt wird von der ödp/PU-Fraktion, vermehrt weitere Speditionsbetriebe anzusiedeln: "Die herannahende umfassende Energieversorgungskrise mit explodierenden Treibstoffpreisen wird den ganzen Transportsektor erfassen und in die Krise stürzen. Außerdem verbrauchen diese Betriebe immense Flächen, was den ohnehin überdurchschnittlichen Betonierungsgrad in unserer Region noch weiter nach oben treiben wird" meinte Kreisrat Stumfoll. Aus diesen Gründen müsse man auch beim Ausbau des Straßennetzes zurückhaltender sein. Für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft, aber auch um unnötigen Verkehr zu vermeiden, sei der Ausbau der schnellen Internetverbindungen unverzichtbar, stellte Kreisrat Dr. Michael Röder fest. Diese Feststellung der Verwaltung zum Regionalplan sei unbedingt zu unterstützen; allerdings müsse man auf einen kabelgebundenen Ausbau der DSL-Technologie bestehen und dürfe sich nicht mit der leistungsschwächeren und elektrosmoghaltigen Funk-Fassung abspeisen lassen.

 

Die Forderung des Plans, nach Erhalt der offenen Kulturlandschaft mit reichhaltiger Abwechslung von Wald, Äckern und Wiesen sei in den nördlichen Landkreisteilen nur mit den bäuerlichen Milchviehbetrieben möglich. Deshalb verlangt die ödp/PU-Fraktion eine ausdrückliche Zielsetzung im Regionalplan, die für faire und existenzerhaltende Bedingungen für die Milchbauern eintritt. Auch das Ziel, den freiwilligen Verzicht der Landwirte unserer Region auf den Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen nicht zu behindern, möchten die Ökodemokraten im Regionalplan verankert wissen.

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